Gnade connected

7.8.16



Ich liebe meinen Alltag.
Jetzt hatte ich aber drei Wochen Unalltag.
Ich habe:
- bei einer Familienfreizeit mitgearbeitet
- unglaublich viele Fotos und Videos gemacht
- So viele Kindern Liebe gegeben wie möglich war
- tiefe Gespräche geführt
- Sonnenuntergänge gesehen
- Menschen beobachtet und davon entweder frustriert oder ermutigt gewesen
- Besuch von meiner Freundin gehabt
- Geburtstag gehabt und gefeiert
- so wunderbare Geschenke bekommen
- bedingungslose Liebe bekommen. Sogar von Menschen

- Liebe gegeben und empfangen und bei allem gelernt.
Eines was ich gelernt habe und immer weiter ausbauen möchte hat in meinem Kopf eine Überschrift und ich werde sie hier hin schreiben obwohl ich es Panne finde, dass es ein englisches Wort ist.

C O N N E C T E D
Ich bin (oder kann es jedenfalls sein) eine auffällige Person. Ich rede und lache laut und viel. Irgendwann ist mir aufgefallen dass ich, selbst wenn ich unter vielen Menschen war, keine Zeit mit Menschen verbracht habe. Ich war die Entertainerin und die anderen haben Zeit mit mir verbracht. Das möchte ich nicht mehr. Ich distanziere mich davon, was es mir jetzt in der Anfangsphase schwer macht, unter vielen Menschen zu sein. Ich möchte mit Menschen connecten. Mit ihnen reden, sie kennenlernen, ihnen irgendwas geben. Das klingt erstmal so eingebildet aber ich habe in diesen drei Wochen gelernt - wenn man eine Person auf einer emotionalen / geistlichen Ebene kennenlernt, kann ich dieser Person immer etwas geben. Sich öffnen und verletzlich zeigen.

Ich habe klein angefangen. Und ich meine klein im wörtlichen Sinne - bei den kleinen Kindern.
Irgendwo ist immer ein kleines Kind. Das schaue ich an und warte bis es mich auch ansieht. Kinder gucken in diesem Moment noch nicht schnell weg, sie gucken dann erst recht. Und dann habe ich mich einfach darauf eingelassen. Blickkontakt gehalten und angelächelt. 
Diese 5 Sekunden hat man immer. 
Einige von diesen Kindern kamen dann ganz von allein zu mir.

Eine Situation möchte ich hier teilen.
Ein kleiner Junge, 6 Jahre, stand beim Eis essen plötzlich neben mir. Ich habe einfach meine Knie in seine Richtung gedreht und er setzte sich auf meinem Schoß. Ich habe ihm den Rücken gekrault und wir haben Eis gegessen.
Nachher draußen setzte er sich einfach wieder auf meinem Schoß und saß lange einfach an mich gelehnt da. Andere Kinder bewarfen mich mit Gras (ich habe es erlaubt)
Der kleine stand auf, zupfte vorsichtig das Gras aus meinen Haaren und setzte sich wortlos wieder auf meinen Schoß.

Ich hatte mich entschieden, diesem Kind Liebe zu zeigen. Ich habe mich verletzlich gemacht in diesem Moment und habe nichts zurück erwartet. 
Aber von uns beiden werde ich diejenige sein, die diese Situation niemals vergessen wird. 
Der kleine Junge hat mir erlaubt, mich mit ihm zu "connecten". Die Art wie er bei mir saß, mich zwischendurch anlächelte - aber die ganze Zeit keinen Ton sagte. Er kann sprechen und schüchtern ist er auch nicht. Es gab einfach nichts zu sagen. Es gab nur Gras aus den Haaren zu zupfen.

Ich weiß dass es absolut kitschig klingt.
Aber ich habe so viel in dieser Situation gesehen und gelernt... ich kann es nicht einmal in Worte fassen.

Es ist eine Entscheidung, anderen Menschen etwas geben zu wollen.
Eine andere, das annehmen zu können/wollen.
Dazu muss man in dieser Bereitschaft leben.

Und dabei geht es nicht darum, Freunde zu suchen. 
Auch nicht darum, Bestätigung zu holen.
Es geht darum, weiter zu geben was Jesus in mir ausschüttet. 
J E D E N    T A G


Ich empfange. 
So viel, das kann ein Mensch nicht einmal ansatzweise geben.
Ich kann Jesu bedinungslose Liebe weitergeben.
Das möchte ich tun und das werde ich lernen. 
M E I N    L E B E N   L A N G

Weil ich 
egoistisch,
egozentrisch,
stolz,
prahlerisch,
selbstsüchtig,
....
... aber kein hoffnungsloser Fall für Jesus bin. 
Ganz im Gegenteil.
Er liebt meinen zerbrochenen Geist und mein zerbrochenes Herz.

Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochener Geist; 
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten. 
(Psalm 51)



Das ist Gnade und deshalb und daraus lebe und liebe ich.


Morgen beginnt wieder mein Alltag.
Ich bin bereit.


 

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