Die Sehnsucht nach Ruhe

3.2.16




Gott hat das Volk Israel aus der Sklaverei befreit. Er hat es nicht getan damit sie eigenes Land bekommen (was ich bis vor kurzem gedacht habe), sondern der eigentliche Grund war, ihnen Ruhe zu ermöglichen. 

Der Herr, euer Gott, hat euch zur Ruhe gebracht und euch dieses Land gegeben. (Josua 1:13)

Und erst jetzt, wo ich das erkannt habe, traue ich mich, mir einzugestehen dass das meine zweitgrößte Sehnsucht ist. Direkt nach Frieden. Den Frieden habe ich, der besteht auch im Stress und in der Unruhe. Aber ich wünsche mir Ruhe (die ich ohne Frieden nicht haben kann).
Dabei muss ich an zwei Dingen arbeiten. 


1.       In Ruhe gelassen werden

Da ich ein von Natur sehr entspannter Mensch bin, fühle ich mich selten gestresst, Ich habe schlechtes Gewissen wenn ich mehr als 2 Tage in der Woche nichts geplant habe. (Wobei ich mit TAGEN die Nachmittage nach meiner Vollzeitstelle meine). Wochenenden hingegen halte ich mir öfter frei und entscheide dann spontan, auf was ich Lust habe. Auch wenn ich spontan die selben Dinge mache, die ich sonst unter der Woche plane, sind sie spontan so viel entspannter weil sie aus meiner Laune heraus entstanden sind. 
Ich möchte in nächster Zeit viel mehr freie Tage einplanen, um sie dann spontan voll zu packen. Am Ende des Tages möchte ich nichts „abgehakt“ haben, was auf der Liste stand, sondern ein Abenteuer erlebt haben, was einfach so kam. Ich muss nichts absagen, wenn es nicht geplant war.


2.       Sich selbst in Ruhe lassen

Die Ruhe der Seele.
Ich möchte mit Einfachheit zufrieden sein. Warum eine Folge Scrubs gucken, wenn man auch aus dem Fenster gucken kann? Warum ist es mir nicht genug, in den Himmel zu schauen? Und warum muss bei mir immer Musik laufen? Letztens habe ich mich gezwungen, mich ans Fenster zu setzen und einfach raus zu schauen. Ich habe trotzdem oft auf mein Handy geschaut. Es war aber ein Schritt in die Richtung, in die ich möchte. Ich höre Musik, ich esse und schaue den Himmel an. Da werden schon alle meine Sinne beansprucht. Warum brauche ich noch mehr? 

Am schwierigsten ist es, sich selbst in Ruhe zu lassen. Sich selbst ruhen zu lassen. 
Sogar unseren Schlaf verringern wir, wo es nur geht. 

Jede freie Sekunde fülle ich aus. Ich mache viele Dinge auf einmal. Ich schreibe sogar mit meiner Schwester, während ich diesen Text schreibe. 
Warum will mein Gehirn immer gefordert überfordert sein?

Ich denke dass es ein langer Prozess wird, mich selbst in Ruhe lassen zu können. 
Vor dem schlafen nichts mehr zu gucken war ein großer Schritt für mich. Irgendwann möchte ich so weit sein, den ganzen Tag nichts mehr zu gucken (WARUM man sich WELCHEN Schrott ansieht und warum ein Fernseher ein fester Bestandteil eines jeden Wohnzimmers ist, ist noch ein ganz eigener Gedanke von mir der mich nur den Kopf schütteln lässt). In einer freien Stunde aus dem Fenster zu schauen oder ein Buch zu lesen. Das entspannt das Gehirn ungemein und ein entspanntes Gehirn gehört immer zu glücklichen Menschen. Warum nicht einfach mal sitzen und denken? Warum scheint uns das so fern? Wir verblöden uns heutzutage viel zu oft bewusst selbst. „Etwas tun wobei ich nicht nachdenken muss.“ Was ist so schlimm am Nachdenken? 
Wenn unsere Gedanken scheiße sind, sollten wir an ihnen arbeiten und sie nicht unterdrücken. 

Ich sensibilisiere meine Sinne und meine Gedanken damit. 
Ein Beispiel (und ein paar Gedanken zur Werbung): Ich verzichte, wo es geht, auf Werbung. Ich zahle gerne 9,99€ monatlich um bei spotify keine Werbung zu haben und nutze in meinem Browser add blocker. Da ich keinen Fernseher habe bleibt mir einiges an Werbung erspart. Als ich dann mal wieder Fernseher geschaut habe, war ich einfach nur erschreckt, was tagsüber für perverse Werbung läuft. Wenn du jemand bist, der sich tagtäglich von Werbung berieseln lässt dann lass dir folgendes sagen:

Dass du die Werbung schlecht findest, ändert nichts an der Tatsache, dass sie dich und deine Umgebung beeinflusst!

Werbung ist eine Krankheit. Wie Bakterien. Dass du die Bakterien schlecht findest, hindert sie nicht daran, dass sie dich von innen krank machen.
Werbung ist niemals NUR Werbung! Es ist ein fester Bestandteil von unserem Umfeld und wir sind das Produkt unseres Umfelds. Wir sind nur so gut wie das, wovon wir uns beeinflussen lassen. Besser können wir niemals werden. Du bist was du guckst und was du hörst.


Gott wünscht uns Ruhe. In den Himmel zu Gott zu kommen bedeutet für mich „In die Ruhe eingehen.“ Mir sind die Tore aus Perlen und die Straßen aus Gold so egal. Ich werde Ruhe haben.
So oft zwingt Gott zur Ruhe. Gerade das Volk Israel. Die sind auf dem Weg ins verheißene Land, bleiben in der Wüste aber nicht nur einmal monatelang stehen um sich auszuruhen.

Ich vermisse die Zeit, in der ich nach der OP nicht auf meinen rechten Fuß auftreten durfte. Ich habe Ruhe gehabt. Ich habe Schmerzen gehabt und war eingeschränkt, trotzdem vermisse ich diese Zeit. Alles hat länger gedauert. Ich habe gelesen, geschrieben, Musik gehört (darauf dass ich viel geguckt habe, bin ich nicht stolz). Ich bin fest davon überzeugt dass Gott mich zur Ruhe gezwungen hat. Ich habe es gebraucht. So sehr. 

Meine Seele hat manchmal Migräne und braucht Zeiten im dunklen Raum ohne helles Licht, viele Farben und Geräusche. Nur meine Seele und Gott.
Ich brauche diese Ruhe immer in meinem Kopf. Nicht nur, wenn ich in Ruhe gelassen werde. Danach strebe ich.

Und wie soll das gehen?
Durch Liebe. 
Die Liebe zu Gott und zu den Menschen ist der Schlüssel, so kitschig das auch klingt. Es ist so viel einfacher als wir es uns machen. Wenn ich Gott liebe, werde ich mich in Ruhe lassen und werde andere ruhen lassen. (irgendwann vielleicht. Wahrscheinlich erst im Himmel aber bis dahin streben wir wenigstens danach)

Unsere Liebe darf sich nicht in Worten und schönen Reden erschöpfen; sie muss sich durch unser Tun als echt und wahr erweisen. Wenn das der Fall ist, wissen wir, dass wir auf der Seite der Wahrheit stehen. Zudem können wir damit unser Herz vor Gott zur Ruhe bringen (1.Joh 3:18-19)

You Might Also Like

0 Kommentare