glücklich, traurig, langweilig

21.12.15


 Glücklich, 
traurig,
langweilig.

Zustände, die wir nur noch selten intensiv erleben.

Wir tragen kaum Verantwortung, 
dass wir ein Zuhause haben ist abgesichert,
wir bezahlen unsere Arztkosten nicht selbst
und krank werden wir auch noch kaum.
Die typische Beschäftigung ist konsumieren in jeglicher Art.

"Abschalten" 
das wahrscheinlich beliebteste Wort.

Wohl fühlen sich viele nur noch vor'm Fernseher bei Greys Anatomy.
Da passieren zwar die aufwühlendsten Dinge, die man sich vorstellen kann, 
aber eben nur vorstellen.
Man schaut lieber den anderen zu, wie sie sich intensiven Situationen stellen.
Man selbst bleibt lieber auf dem Sofa und flieht davor.
Man "schaltet ab"
Schaltet das Leben ab,
schaltet Menschen ab,
schaltet Liebe ab.
Das einzige was läuft ist sinnlos verbrachte Zeit.

Unsere Gesellschaft und unser Sozialstaat ermöglichen es uns, 
nur zu funktionieren 
ohne jegliche psychische Anstrengung,
ohne jegliche Konfrontation.

Wir denken, wir hätten unsere Beziehungen gepflegt, wenn wir zusammen im Kino waren, Gesellschaftsspiele gespielt haben, im Restaurant waren, ...
Wir denken das wirklich.

Wir nennen Menschen unsere Freunde, mit denen wir noch nie allein waren. 
Dessen Familien wir nicht kennen.
Bei denen wir noch nie zuhause waren.

Und Menschen die uns ihr Herz öffnen, empfinden wir als Last.

Dann müssen wir wieder abschalten.
 Und konsumieren wieder etwas, was unsere Sinne lahm legt und uns abstumpfen lässt.

So lebt es sich leichter.

Und ja, es ist leichter.

Es hat weniger Gewicht an Schmerz, Trauer, Melancholie, 
aber auch weniger an überschwänglicher Freude, Harmonie, Nostalgie, ...

Wenn ein Leben leicht ist, fehlt es an Liebe.

Intensiv zu leben bedeutet, wahrzunehmen.

Schmerz und Glück gleichermaßen.

(verkürzt:)
" ´wenn ich alle diese Gaben besitze,` aber keine Liebe habe, bin ich nichts
...
Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, ..."

So kann man nur leben, wenn man intensiv lebt.
Sich öffnet.
Sich erlaubt, Schmerz Glück und Langeweile zu empfinden. 

Mit "abschalten" meinen wir meistens "weg laufen."

Wir laufen weg vor Streit, Verantwortung, Menschen,...

Es gibt nichts was mich mehr in den Wahnsinn treibt als Oberflächlichkeit.
Bei anderen ebenso wie bei mir.
Ich ärgere mich, wenn ich wieder einen Tag damit vergeudet habe, oberflächlich zu bleiben und mich nicht geöffnet habe. 

Ich will mich nicht verletzlich machen.
Und verletze dadurch mich und mein Umfeld selbst.

Ich habe es satt, abzustumpfen.

Habe es satt, zu konsumieren.

Erst abschalten zu können wenn ich mir Fernsehsendungen reinziehe, die ich eigentlich blöd finde.

Gesellschaftsspiele zu spielen anstatt zu reden.

Habe es satt, unterhalten werden zu wollen.

Ich will das Leben, so wie es ist, 
intensiv.

Glücklich, traurig, langweilig.














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