beschränkter Horizont

14.3.15

Manche lieben das Stadtleben. 
Dass immer irgendwo Lichter leuchten, 
immer irgendwo Menschen sind, 
immer ein Lokal geöffnet hat, 
man einer unter vielen ist.
Die Menschheit auf ihrem Höhepunkt.

Manche hassen das Stadtleben.
Dass immer irgendwo Lichter leuchten, 
immer irgendwo Menschen sind, 
immer ein Lokal geöffnet hat, 
man einer unter vielen ist.
Die Menschheit an ihrem Tiefpunkt.

Die Entwicklung zeigt ihre Bestleistung in der Stadt.
Vor- oder Nachteil?

Ich steh drauf, wenn die Geschäfte am Sonntag geschlossen haben.
Wenn man die Leute beim spazieren grüßen kann, weil man sie hier öfter sieht.
Man die Menschen tatsächlich beobachten kann und sie, ohne je mit ihnen gesprochen zu haben, ein wenig kennt.





Meine Straße zum Beispiel.

Da ist der Mann mit den Hunden. 
Als Kind habe ich oft an der Straße gewartet weil ich wusste, zu welcher Uhrzeit er mit seinen zwei Hunden vorbei kam. Ich bin dann immer mit gegangen. Wir haben geplaudert, sind eine große Runde gegangen und ich durfte den einen Hund an der Leine halten.
Ich sehe ihn immer noch recht häufig und wir freuen uns immer, uns zu sehen.
Ich weiß nicht einmal wie er heißt.

Dann ist da der Mann, der jeden Tag mit seinem behinderten Sohn spazieren geht. 
Heute erst habe ich gesehen, wie beide von einem Fußballspiel kamen.
Ich bereue es, noch nicht den Mut aufgebracht zu haben, ihm zu sagen, wie sehr ich das bewundere.

In der Stadt wusste ich nicht einmal, wer mit mir im Haus wohnt.
Habe einmal ein paar von Ihnen gesehen, als es gebrannt hat und wir alle draußen standen.


Es ist nicht verwerflich, man kann nicht alle kennen lernen und mit allen befreundet sein.
Aber ich möchte die Menschen in meiner Umgebung kennen.
Und deshalb werde ich mich nicht der Situation stellen, so viele in meiner Umgebung zu haben, dass ich filtern MUSS. 

Es ist zwischendurch gut, seinen Horizont beschränkt zu halten und seine Grenzen enger zu ziehen um Platz für mehr Menschen in seinem Leben zu haben.

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